Produkte & Tests

Drucker & All-in-one-Geräte im Vergleichstest

Günstig kaufen oder langfristig bei der Tinte sparen? Im Vergleichstest zeigen sechs Heimdrucker von Canon, Epson und HP, welches Modell Texte sauber druckt, Fotos glänzen lässt – und wo der Preis am Ende täuscht.

Von   Uhr

Diese Geräte haben wir getestet:
  • Canon PIXMA TR4755i
  • Canon PIXMA TS705a
  • Epson EcoTank ET-2950
  • Epson EcoTank ET-4956
  • HP Envy Photo 7930
  • HP Smart Tank 7605

Außer Konkurrenz

Brother HL-L2400DWE
Brother HL-L2400DWE (Bild: Brother)

Wer einfach nur verlässlich in Schwarz-Weiß drucken möchte, braucht keinen All-in-one-Zirkus, sondern ein reines Arbeitstier. Der Monolaser Brother HL-L2400DWE lässt sich per WLAN oder USB einbinden, unterstützt AirPrint, druckt bis zu 30 Seiten pro Minute und bringt eine 250-Blatt-Papierkassette plus Einzelblatteinzug mit, zum Beispiel zum Bedrucken von Klebelabeln. Beim Verbrauchsmaterial zeigt er sich erfreulich genügsam: Neben Originaltoner klappt oft auch günstigster Dritthersteller-Toner ohne Zicken. Der Straßenpreis: unter 120 Euro. Farbdruck und Display-Feuerwerk fehlen. Doch genau das ist der Charme: Einschalten, drucken, fertig. Der Vorgänger des Vorgängers druckt hier auch heute noch zuverlässig – bei uns in der Redaktion sind die Brother-Geräte dieser Ahnenlinie der Geheimtipp, auch an Freunde und Familie.

So haben wir getestet

Wir prüften die Drucker sowohl mit Bild- als auch mit Textdateien. Unsere Texttests untersuchten, wie schnell ein Drucker 20 Seiten ausgeben kann und wie klar Text in verschiedenen Größen wiedergegeben wird. Ein Bild wurde auf Fotopapier gedruckt, um die Farb- und Bildwiedergabe zu beurteilen. Zudem druckten wir einen Flyer im Duplex-Modus (sofern verfügbar), um etwa auf Streifen und Durchscheinen zu sichten – häufige Ärgernisse, die beim Druck von Broschüren auftreten.

Heutzutage hat man beim Technikkauf meist die Qual der Wahl. Es gibt unzählige Geräte von Dutzenden Herstellern. Bei Heimdruckern hingegen beschränkt sich die Auswahl auf eine Handvoll Anbieter, vor allem HP, Canon und Epson.

BenQ MA270S vs. Apple Studio Display: Der günstigere gewinnt?

Beide bieten 27 Zoll und 5K, zwischen ihnen liegen aber 700 Euro Preisunterschied. Was der BenQ besser kann, was er vermisst lässt und für wen er die richtige Wahl ist: unser ausführlicher Test.

→ BenQ MA270S im Test

Kodak stellte die Produktion von Heimdruckern bereits 2012 ein, und Lexmark konzentriert sich mittlerweile ausschließlich auf Geschäftsgeräte.

Trotz der überschaubaren Konkurrenz halten sich die verbleibenden Hersteller mit regelmäßigen Neuerscheinungen und breiten Produktpaletten gegenseitig auf Trab.

Wir betrachten hier ein halbes Dutzend Allzweck-Tintenstrahldrucker für zu Hause. Keine riesigen Büromaschinen, die Dokumente fast augenblicklich drucken und sortieren, und auch keine Fotodrucker in Studioqualität für postergroße Abzüge.

Vielmehr geht es um den Drucker, der neben dem Mac steht, um einen Brief an die Bank, einen Flyer für ein Treffen oder gelegentlich ein Foto auszudrucken.

Wir testen sowohl reine Drucker als auch Multifunktionsgeräte, die drucken, scannen und kopieren können.

Der Fokus liegt auf Tintenstrahlern, da dies noch immer das beliebteste Format für den Heimgebrauch ist.

Canon PIXMA TR4755i

Canon PIXMA TR4755i
Canon PIXMA TR4755i (Bild: Future Publishing)

Dies ist ein Multifunktionsgerät mit integriertem Fax und einem automatischen Dokumenteneinzug, um Aufträge am Scanner in die Warteschlange zu stellen.

Zum Drucken und Kopieren wird das Papier in ein vorderes Fach eingelegt statt in eine Kassette, die im Gerät verschwindet. Das ist nicht ideal. Dieser Umstand, der günstige Preis und die Nutzung von Patronen statt nachfüllbarer Tanks machen das Canon-Gerät daher vor allem für Wenigdrucker interessant.

Mit 2 Minuten und 46 Sekunden im 20-Seiten-Test ist er kein schneller Drucker.

Ärgerlicher ist, dass Ausdrucke bei größeren Druckaufträgen dazu neigen, vom Ausgabefach auf den Boden zu rutschen. Der Text ist klar, kräftig und selbst bei kleinen Punktgrößen noch immer gut lesbar. Die Fotoausdrucke sind nicht ganz so überzeugend. Unser Testbild war etwas zu dunkel und die Farben wirkten eine Spur zu flach. Nicht schlecht, aber eben auch nicht exzellent.

Preis: 109 Euro
Web: www.canon.de

+ viele Funktionen
+ günstig
+ sehr guter Textdruck

- mittelmäßiger Fotodruck

Note: 2,5

Canon PIXMA TS705a

Canon PIXMA TS705a
Canon PIXMA TS705a (Bild: Future Publishing)

Dieses Modell dient rein dem Drucken, ein Scanner und somit auch Kopierer fehlt. Wem diese Funktionen nicht wichtig sind, der erhält für unter 70 Euro einen guten Gegenwert.

Der PIXMA nutzt fünf Tintenpatronen: Pigmentschwarz ergänzt die üblichen Schwarz-, Cyan-, Magenta- und Gelb-Patronen.

Pigmentschwarz sorgt für sehr scharfen Text und ist, da wasserfest, perfekt für Umschläge geeignet. Er verfügt über einen sehr großen Papierhalter sowie einen ordentlichen hinteren Einzug und kann direkt auf optische Datenträger drucken. Dank der Pigmentschwarztinte straft seine Leistung im Texttest den Preis ganz klar Lügen.

Das Ergebnis ist klar, kräftig und gut umgesetzt. In unserem Geschwindigkeitstest druckte er 20 Seiten in nur 1 Minute und 59 Sekunden. Auch unsere Qualitätsfotodrucke sahen ordentlich genug aus, mit tollen Details und Hauttönen.

Preis: 95 Euro
Web: www.canon.de

+ Preis-Leistung
+ beeindruckende Ergebnisse
+ Pigmentschwarz-Patrone

- kein Scanner oder Kopierer

Note: 2,0

Epson EcoTank ET-2950

Epson EcoTank ET-2950
Epson EcoTank ET-2950 (Bild: Future Publishing)

Im Gegensatz zu den zwei patronenbasierten Tintenstrahlern nutzt dieses Modell Tintentanks, die aus Flaschen befüllt werden. Teure Patronen entfallen. Epson nennt dies EcoTank. Laut Hersteller sollen die mitgelieferten Tintenflaschen drei Jahre halten, was natürlich vom individuellen Druckaufkommen abhängt. Dieses spezielle EcoTank-Multifunktionsgerät wird nur über ein hinteres Papierfach gespeist, eine Kassette fehlt. Das eingelegte Papier ist Staub ausgesetzt und kann leicht verbiegen. Das automatisch ausfahrende Ausgabefach ist jedoch ein nettes Detail. Der Epson ist gut verarbeitet, wenn auch leider etwas klobig mit entsprechendem Platzbedarf im Homeoffice.

Die Fotowiedergabe ist exzellent, mit satten Farben, scharfen Kanten und schönen Hauttönen, wenngleich der Druck auf Normalpapier etwas hell ausfällt. Nicht furchtbar, nur nicht so gut wie möglich, besonders bei beidseitig bedruckten Flyern.

Preis: 359,99 Euro
Web: www.epson.de

+ sparsam im Verbrauch
+ exzellenter Fotodruck

- mäßige Ergebnisse auf Normalpapier
- nur hintere Papierzufuhr

Note: 1,9

Epson EcoTank ET-4956

Epson EcoTank ET-4956
Epson EcoTank ET-4956 (Bild: Future Publishing)

Ein weiterer Drucker, der auf Epsons günstige Tintentanks statt auf traditionelle Patronen setzt.

Dieses ebenfalls deutlich klobigere Modell bietet Drucken, Scannen, Kopieren, einen automatischen Dokumenteneinzug für große Kopieraufträge und, für alle, die es noch nutzen, ein integriertes Fax.

Der Touchscreen ist klar und einfach zu bedienen, und das Papier lagert im Inneren des Geräts statt in einem Zuführfach.

Wenn Druckgeschwindigkeit wichtig ist, enttäuscht dieses Modell nicht, es bewältigte unser 20-seitiges Textdokument in nur 1 Minute und 20 Sekunden.

Die Textausgabe ist ebenfalls klar und scharf, könnte aber etwas kräftiger sein.

Unser beidseitiges Flugblatt war schön scharf, wirkte aber im Gesamteindruck ausgebleicht. Hochwertige Fotodrucke auf glänzendem Papier glänzen hingegen wirklich, mit wunderschön satten Hauttönen, lebendigen Farben und exzellenten Details.

Preis: 529,99 Euro
Web: www.epson.de

+ hervorragender Fotodruck
+ üppige Ausstattung
+ solide verarbeitet

- teuer

Note: 1,5

HP Envy Photo 7930

HP Envy Photo 7930
HP Envy Photo 7930 (Bild: Future Publishing)

Dieser stilvolle und funktionsreiche Foto-Allrounder von HP bietet eine ordentliche Verarbeitungsqualität, die nur durch ein schwergängiges und unhandliches Papierfach getrübt wird.

Er verfügt über Druck-, Scan- und Kopierfunktionen sowie einen 35-Blatt-Dokumenteneinzug auf der Oberseite, falls viele Seiten gescannt oder kopiert werden müssen. Seine zwei Papierfächer fassen 125 Blatt A4-Papier beziehungsweise 15 Blatt kleineres Fotopapier. Er verwendet zwei Patronen – eine für schwarze Tinte und eine Dreifarb-Patrone für Blau, Magenta und Gelb. Auch ohne Pigmentschwarz-Patrone bewies er seinen Wert im Texttest und lieferte solide, saubere Kopien selbst bei kleinen Schriftgrößen.

Unser 20-seitiges Textdokument wurde in respektablen zwei Minuten und einer Sekunde gedruckt, während der Fotodruck großartig, wenn auch etwas hell ausfiel.

Preis: 139,90 Euro
Web: hp.com

+ sehr gut für Fotos
+ praktische Bürofunktionen
+ farbiges Touchdisplay

- schwergängige Papierzufuhr

Note: 1,8

HP Smart Tank 7605

HP Smart Tank 7605
HP Smart Tank 7605 (Bild: Future Publishing)

Dieser HP-Drucker verfügt über eingebaute Tintentanks. Er ist vollgepackt mit Funktionen, integriert sogar ein Fax. Bis zu drei Nutzer können sich verbinden, sodass er im kleinen Büro ebenso zu Hause ist wie auf dem heimischen Schreibtisch.

Er bietet einen automatischen 35-Blatt-Dokumenteneinzug für umfangreiche Scan- und Kopierarbeiten. Der Papiervorrat befindet sich in einer Kassette, ein hinteres Fach für Fotopapier fehlt. Zudem gibt es einen USB-Anschluss zum direkten Drucken von Fotos vom Speicherstick. Angesichts des Funktionsumfangs und der Tatsache, dass nachfüllbare Tanks langfristig sparen, bietet er ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Seine Textausgabe glänzt mit knackigen, klaren Konturen. Der Fotodruck enttäuscht erheblich: stumpfe, leblose Farben und ein insgesamt sehr flaches Bild.

Auch hier erweist sich das Zuführfach im Betrieb als unhandlich: HP, das war wohl nichts!

Preis: 369,90 Euro
Web: hp.com

+ solide Textwiedergabe
+ umfangreiche Ausstattung

- wackelige Papierzufuhr
- blasse Fotos

Note: 3,0

Der Gewinner: HP Envy Photo 7930

Ein fantastisches Multifunktionsgerät, das mehr kann als nur Fotos!

Der Gewinner: HP Envy Photo 7930
Der Gewinner: HP Envy Photo 7930 (Bild: Future Publishing)

Keiner der von uns getesteten Drucker war schlecht. Wer eines dieser Geräte wählt, wird von diesem nicht enttäuscht sein.

Eines haben unsere Tests deutlich gemacht: Integrierte Tintentanks, die sich aus Flaschen nachfüllen lassen, sind die Zukunft des Heimdrucks. Drucker mit dieser Funktion sind zwar etwas teurer als herkömmliche Modelle mit Patronen, sparen aber über die Lebensdauer des Geräts viel Geld bei der Tinte.

Die Epson-Drucker bieten gutes Allround-Drucken mit solider Ausstattung, die Canons liefern akzeptablen Fotodruck und starke Textausgabe – zudem sind sie spektakulär günstig. Wer auf das Budget achten muss, sollte definitiv einen davon in Betracht ziehen. Vieldrucker müssen jedoch die Patronenkosten im Auge behalten!

Der HP Smart Tank 7605 ist ein sehr fähiger Bürodrucker mit nachfüllbaren Tanks, sollte aber gemieden werden, wenn Fotodruck auch nur ansatzweise wichtig ist.

Unser Sieger, HPs anderer Drucker im Test, der Envy Photo 7930, nutzt zwar keine nachfüllbaren Tanks, produziert aber wirklich exzellente Textdrucke und Fotoabzüge.

Stefan Molz // Chefredakteur
Stefan Molz

Stefan beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit Computern – angefangen beim „Brotkasten", dem C64, und Amiga 500, lange bevor Apple-Geräte seinen Alltag bestimmten. Der eigentliche Einstieg in die Mac-Welt führte über die Musikproduktion: Über die Magazine Keyboards, Keys und Beat führte ihn sein Weg schließlich zur Mac Life, deren Website er seit 2007 verantwortet. Seit 2023 ist er zudem Chefredakteur des gedruckten Magazins.

Besonders faszinieren ihn die Schnittstellen zwischen Technik und Kreativität – vom Mac als Werkzeug für Musik, Foto und Video hin zu neuen Apple-Technologien wie Vision Pro oder KI-Funktionen. Wenn Stefan nicht gerade neue Apple-Hardware testet, fotografiert er mit Vorliebe aus ungewöhnlichen Perspektiven, gerne per Drohne oder seiner Mittelformatkamera.

Neben der Redaktion ist er außerdem Host des Apple-Podcasts „Schleifenquadrat". Seine Begeisterung für Musik & Sounds begleitet ihn bis heute. Kein Wunder, denn Anfang der 2000er-Jahre etwa wirkte er unter anderem an Samples mit, die Teil von Logic Pro wurden.

Weitere Artikel von Stefan Molz
Schleifenquadrat-Podcast